Hilfe zur Selbsthilfe in Nairobi, Kenia

80 % der Einwohner Nairobis, also mehr als 3 Mio, leben auf nur 5 % der Wohnfläche in Slums, eng gedrängt in kleinen Wellblechhütten, ohne Wasseranschluss oder sanitäre Anlagen und oft zwischen Müll. In den aneinandergrenzenden Slums Kangemi und Kawangware gibt es für 80.000 Kinder etwa 6 staatliche Schulen und um die 90 Community Schulen als Privatinitiative der Bewohner.

Das Schulgeld der Eltern reicht kaum für das spärliche Gehalt der Lehrer von 1 Euro am Tag abgesehen von den Ferienmonaten ohne Verdienst. Den Schulen fehlt es an Schulbänken, an angemessenen sanitären Anlagen, die Räume sind klein, eng, dunkel und oft werden mehrere Klassen parallel unterrichtet.

Ein Gruppenfoto von Schülerinnen und Schülern einer Schule in Kenia

2005 lernte Irmgard Wutte eine dieser Schulen kennen, die Kangemi Youth School und war geschockt über die vollkommen traumatisierten Menschen. Sie folgte der eindringlichen Bitte aller Lehrer sie nicht zu vergessen. Über 7 Jahre hat sie mit Freunden die Schule besucht und die anfängliche Scheu und Unterwürfigkeit wich allmählich einer heiter – vertrauensvollen Verbundenheit.

2012 begann dann eine Schulpartnerschaft mit der ersten Nyendo-Schule im bayerischen Prien am Chiemsee. Seitdem haben sich insgesamt 12 Schulen in Deutschland und Österreich und 14 Community Schulen in Kangemi/Kawangware an dem Experiment einer mit- und aneinander lernenden Partnerschaft über die Abgründe der Welten hinweg beteiligt.

Unser Weg führte uns durch verschiedene Phasen mit mannigfaltigen Projekten zur Linderung der Not und interkulturellen Begegnungen und Aktivitäten. Beides ist uns tatsächlich mit Bravour gelungen und wir haben tatkräftig und auf Herzensebene die Ghettoisierung unserer Freunde aufgebrochen.

Die Hilfe zur Selbsthilfe jedoch bleibt eine große Herausforderung. Tief sitzt das Trauma der Hilflosigkeit, und zu schnell verleiten uns Mitleid, Scham und Schuld einzugreifen und Abhilfe zu schaffen, wo Selbsterkraftung die einzige Lösung wäre. Nur welche Möglichkeiten gibt es da?

2020 fanden wir endlich einen lokalen Partner, Nairobits, mit dem wir durch das Einrichten eines neuen IT-Centers tatsächlich ein nachhaltiges Angebot für benachteiligte junge Menschen unterstützen konnten. 70% der Absolventen finden Arbeit.

Mit unserem Ansatz können wir uns vorstellen überall auf der Welt Partner zu finden mit denen wir ein kleines Stückchen faire und friedliche Welt kreieren.

Einblick in unser Netzwerk aus Partnerschulen

Wir freuen uns ihnen bald an dieser Stelle unsere aktuellen Partnerschulen vorstellen zu können. Bitte haben sie nur noch ein klein wenig Geduld.

Der Weg ist das Ziel

Projekte, die die Not lindern gibt es viele, aber Projekte zu finden oder zu initiieren, die Eigeninitiative, Unternehmertum und Selbstermächtigung unterstützen ist äußerst schwierig. KDI, Kuonquue Design Initiative, im Kibera Slum ist ein einzigartiges leuchtendes Beispiel. In Kangemi und Kawangware versuchen wir lokale Partner wie NairoBits oder Start Somewhere einzubeziehen. Eines ist gewiss: unser herzliches Interesse und unser unermüdliches Bemühen heilen das Ungleichgewicht, das durch ausbeuterische Interessen verursacht wurde. Der Weg ist das Ziel und viele Tropfen höhlen den Stein.

Mit unserem Ansatz können wir uns vorstellen überall auf der Welt Partner zu finden mit denen wir ein kleines Stückchen faire und friedliche Welt kreieren.