Der Kibera Art District (KAD) ist eine lokale Künstlerinitiative aus Kibera in Nairobi, die weit über die Grenzen des Viertels hinaus bekannt ist. Als wertvolle Ergänzung zum regulären Unterricht konnte Nyendo Künstlerinnen und Künstler des KAD für regelmäßigen Kunstunterricht an unseren Partnerschulen in Kangemi und Kawangware gewinnen.

Seit Frühjahr 2025 fördern sie dort Kinder und Jugendliche durch kreative Grundlagenarbeit, freies Gestalten und persönliche Begleitung in ihrer künstlerischen Entwicklung. Die Finanzierung des Projekts wurde zunächst durch Spenden unserer Nyendo-Schule in Rosenheim ermöglicht. Dank einer weiteren Stiftungsspende kann der Kunstunterricht nun auch im Jahr 2026 fortgeführt werden.

Start im Frühjahr 2025

Kunstunterricht gehört an unseren Partnerschulen normalerweise nicht zum Lehrplan. Als wir im Frühjahr 2025 von der Künstlerinitiative Kibera Art District (KAD) erfuhren, entstand die Idee, deren künstlerische Kompetenz mit der oft unentdeckten Kreativität unserer Schülerinnen und Schüler zu verbinden.

Nach ersten Gesprächen gelang es uns, mehrere Mitglieder des KAD als Kunstlehrkräfte für unsere Partnerschulen zu gewinnen. Die dafür notwendigen Mittel stellte unsere Nyendo-Schule in Rosenheim zur Verfügung.

Das Kunstprojekt wurde zunächst über vier Monate am Prosperity Junior Center in Kangemi und an der Love School in Kawangware durchgeführt. Insgesamt fanden 24 wöchentliche Kunststunden statt, jeweils freitags. Ziel des Programms war es, Kreativität zu fördern, künstlerische Begabungen zu entdecken und den Kindern eine strukturierte künstlerische Grundbildung zu ermöglichen.

In der ersten Projektphase am Prosperity Junior Center in Kangemi wurden über zwei Monate hinweg acht Kunststunden mit durchschnittlich 35 teilnehmenden Schülerinnen und Schülern durchgeführt. Rund 20 Kinder zeigten dabei ein deutliches künstlerisches Talent, während andere vor allem von der individuellen Begleitung profitierten und ihre Fähigkeiten Schritt für Schritt weiterentwickeln konnten.

Rege Teilnahme und hohe Motivation – das Projekt wächst

Die positive Resonanz ermutigte uns, das Programm weiter auszubauen. In der zweiten Phase wurde der Kunstunterricht an der Love School in Kawangware eingeführt und gleichzeitig in Kangemi erweitert.

In Kawangware nahmen 52 eingeschriebene Schülerinnen und Schüler an acht Unterrichtseinheiten teil, die durchschnittlich von 45 Kindern besucht wurden. In Kangemi wurde die Teilnehmerzahl auf 48 Kinder erhöht und weitere acht Kunststunden durchgeführt.

Die hohe Beteiligung und das große Interesse an beiden Standorten zeigen, wie wichtig kreative Angebote für die Kinder sind. Der Kunstunterricht stärkte ihre Ausdrucksfähigkeit, machte verborgene Talente sichtbar und schuf neue Möglichkeiten, Selbstvertrauen und Konzentration zu entwickeln.

Die Erfahrungen des ersten Jahres bestätigen das Potenzial des Projekts. Umso mehr freuen wir uns, dass dank einer Stiftungsspende die Finanzierung für 2026 gesichert werden konnte und die erfolgreiche Zusammenarbeit mit dem Kibera Art District fortgesetzt wird.

Fazit: Kunst macht Kindern nicht nur Freude – sie eröffnet ihnen neue Ausdrucksmöglichkeiten und fördert ihre persönliche Entwicklung.